Aktuelles im September 2015

Liebe Freunde und Unterstuetzer des Waisenhauses Natrangal in Kanchipuram,

Thomas hat ja schon vor Kurzem eine kurze Nachricht verschickt – hier nun ein etwas aktuellerer Bericht.

Es hat sich eine Menge getan, leider jedoch ist das, was wir am dringendsten brauchen, noch immer nicht erfolgt: obwohl alle Papiere richtig ausgefuellt und in vielfacher Kopie nun in Delhi bei der zustaendigen Behoerde liegen, haben wir noch immer keine Rueckmeldung darueber, wann wir die Erlaubnis erhalten, Geld aus dem Ausland an den indischen Verein ueberweisen zu koennen, damit der Hausbau endlich beginnen kann. Geruechten zufolge kann dies auch durchaus noch bis Dezember oder januar 2016 dauern.

Als ob wir es nicht selbst wuessten, wie dringend der Hausbau ist, mussten wir erst die Maedchen nach Hause schicken, und nun muessen auch die Jungen wieder eine neue Wohnung beziehen.

Die neuen staatlichen Verordnungen fuer Waisenhaeuser haben uns, wie Thomas schon schrieb, gezwungen, die Maedchen nach Hause zu schicken: Maedchen und Jungen duerfen danach gar keine gemeinsamen Raeume bewohnen, auch keinen gmeinsamen Essraum oder andere Gemeinschaftsraeume haben. Um zu vermeiden dass wir das Waisenhaus ganz schliessen muessen, mussten wir die bittere Pille schlucken und die Maedchen nach Hause schicken – die Entscheidung, die Maedchen und nicht die Jungen nach Hause zu schicken, hing ganz einfach damit zusammen, dass wir weniger Maedchen als Jungen haben.

Das war natuerlich ein harte Entscheidung, aber immerhin durften wir damit bis zum Ende des Schuljahres wrten, so dass alle noch n Ruhe ihre Examen schreiben konnten. Im Mai war es dann jedoch so weit und die Maedchen mussten uns verlassen. Wir bemuehen uns jedoch sehr, den Kotnakt aufrecht zu erhalten, wir versorgen die Maedchen auch zu Hause mit Kleidung, Hygienartikeln, Schulkleidung, Schulgeld und anderen Materialien, die sie in der Schule brauchen. An den Nachmittagen kommen auch die meisten Maedchen nach wie vor zu Herrn Subramaniams Arbeitstelle (eine Veranstaltungs-Halle, die er verwaltet) und machen dort mit Herrn Subramaniams Frau Mala die Hausaufgaben. Einmal im Monat besuchen beide (Herr und Frau Subramaniam) die Maedchen zu Hause, um zu sehen, ob dort alles einigermassen in Ordnung ist.

Zwei der Maedchen (Vanmati und Anita) mussten wir jedoch in einem Heim der Regierung unterbringen, da sie keinen Ort hatten, an den sie zurueck gehen konnten.

Hinzu kam dann im Juli, dass uns der Bezitzer der Wohnung kuendigte: Sein Astrologe hatte ihm gesagt, das seine derzeitige Wohnung nicht gut fuer ihn sei, darum will er nun die Wohnung, ind er das Waisenhaus ist, selbst nutzen. Wir hatten jedoch ein wenig Glueck im Ungluek: die Monate August und September sind (auch aus astrologischen Gruenden) nicht geeignet fuer eine Umzug, so dass wir erst Ende September/Anfang Oktober in die neue Wohnung umziehen muessen. Ein Vereinsmitglied des indischen Vereins hat angeboten, dass die Jungs in das obere Stockwerk bei ihm zu Hause ziehen koennen – nun muessen wir dort zwei zusaetzliche Toiletten und Badezimmer einbauen, dann entspricht die neue Wohnung auch den Verordnungen. Trotz des Umzugs werden die Jungs die Schulen nicht wechseln, da das Schuljahr schon lange angefangen hat. Sie werden dann von der neuen Wohnugn aus (sie liegt am Ostende der Stadt, in Periyanagar) mit Bussen und share-Rikshas in ihre jeweiligen Schulen fahren.

Ich selbst werde Kanchipuram im Oktober besuchen und dann von meinen Eindruecken und den Vorgaengen dort berichten. Ich werde auch die Maedchen zu Hause besuchen (soweit das moeglich ist), und auch von dort detailliert berichten.

Viele herzliche Gruesse sendet

Ute Huesken