Das neue Schuljahr beginnt

Ute Huesken hat das Waisenhaus erneut im Juli besucht, als sie beruflich in Pondicherry auf einem zweiwoechigen workshop war. Hier ist ihr Bericht:

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Nachdem das Waisenhaus fuer ein paar Monate in einem kleinen Dorf ausserhalb der Stadt Kanchipuram untergrbracht war, ist es den Mitgliedern des indischen Vereins gluecklicherweise gelungen, doch wieder ein Haus in Kanchipuram selbst anzumieten. Das Haus auf dem Kand war zwar geraeumig und schoen gelegen, aber die langen Wege zu den Schulen waren doch sehr umstaendlich und zeitraubend – ausserdem war es schwieriger fuer die Vereinsmitglieder, die Kinder oefter mal einfach so „zwischendurch“ zu besuchen. Es war also doch viel einsamer dort auf dem Land.

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Das neue Haus ist klein aber fein – und in einem angenehmen Stadtviertel: viele kleinere Haeuser mit Garten, und die Nachbarn sind alle sehr nett und hilfreich, und nehmen viel Anteil am Leben der Kinder im Waisenhaus. Oft kommen Nachbarn vorbei, um Suessigkeiten oder etwas Nuetzliches zu bringen, oder einfach nur zu einem Plausch mit den Kindern oder den Betreuern.

Im Februar haben wir den Status des „gemeinnuetzigen Vereins“ in Indien erneuern koennen – kein leichtes Unterfangen, bei der verwickelten und undurchsichtigen indischen Buerokratie. Aber Herr Subramanian hat es durch seinen Einsatz fuer das Waisenhaus wieder einmal geschafft! Zwei Jahre haben wir nun wieder Ruhe …

Wir haben auch fuenf Neuzugaenge:

Vanmati ist ein 11 Jahre altes Maedchen, deren Eltern beide schon laenger gestorben sind. Der Grossvater, bei dem sie seitdem lebte, kam vor kurzem auch ums Leben. Ihre Lehrerin hat sie an uns empfohlen – sie ist ein sehr liebes Maechen, und eine begeisterte Bollywood Taenzerin!

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Anita ist 8 Jahre alt, sie kam zusammen mit ihrem Bruder Shivakumar, der erst 5 Jahre alt ist. Die Mutter der beiden ist schon lange gestorben. Ihr Vater ist ein Kuli, der viel zu wenig Geld verdient, um die Kinder durchzubringen. Die Schuldirektorin hat uns auf die Kinder aufmerksam gemacht, und wir haben sie gleich aufgenommen.

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Dipika ist auch neu im Waisenhaus: sie ist 8 Jahre alt. Ihre alleinerziehende Mutter ist Waescherin und kann mit ihrem mageren Einkommen nicht fuer ihre 5 Kinder aufkommen. Sie versucht aber, Dipika jeden Tag im Waisenhaus zu besuchen.

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Sanjay ist ein 9-jaehriger Junge, der seit Juni bei uns ist. Er spricht nicht viel, aber die anderen kuemmern sich ruehrend um ihn – seit er bei uns ist, ist er schon viel froehlicher geworden.

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Auch unsere „alten Hasen“ machen uns viel Freude: alle Kinder, ohne Ausnahme, machen grossartige Fortschritte in der Schule.

Erneut sind die laufenden Kosten gestiegen – und obwohl der lokale indische Verein vieles der zusaetzlichen Kosten stemmen kann, muessen wir unsere monatliche Unterstuetzung erhoehen: das Gemuese, die Milch, und der Reis sind teurer geworden. Ausserdem ist die Miete nun hoeher, da wir wieder in der Stadt wohnen. Wir haben uns ausserdem entschlossen, das Gehalt der drei Angestellten den gestiegenen Preisen anzupassen.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich den Besuch sehr genossen habe, auch und vor allem da ich sehe und spuere, wie gut sich die Kinder machen, und welch ein erfolgreiche Projekt wir hier auf die Beine gestellt haben.

Eine RIESEN Dank an Euch alle, die Ihr dazu beigetragen habt!